Archiv der Kategorie 'Lalalalalaaaah.'

It’s happening again…

Sonntag, 7. Mai 2006 • Rubrik: Lalalalalaaaah., Mediengedöns

Samstag in München, blauer Himmel, Schäfchenwolken, Sonnenschein, ca. 25 Grad. Eines der ersten Frühsommer-Wochenenden des Jahres. Schiebedach auf, Fenster auf, von Italien träumen, Autoradio an, durchzappen, hängenbleiben, hören… „It’s raining again“. Von Supertramp. Auf einem Münchner Mainstream-Sender, es ist egal, welcher es war.
Computer sind schon praktisch. Mit der richtigen Software machen sie wunderbare Playlisten, sparen Musikredakteure ein und spielen die Songs nachher auch noch ab. Und wenn so eine computergenerierte Playlist schon mal da ist – warum verändern? Warum sich die Mühe machen und schauen, wie das Wetter wird, unpassende Titel rausschmeißen und passende Titel reinnehmen? Vor fast zehn Jahren gab es einen Chefredakteur, der machte sowas. Aussterbende Spezies. Oder vielmehr ausgestorbene.

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Podcasting vs. Musikindustrie

Dienstag, 22. November 2005 • Rubrik: Lalalalalaaaah., Netz

Christian Spließ beschäftigt sich in einem sehr ausführlichen Telepolis-Artikel heute mit dem leidigen Thema Musik in Podcasts. Zwar lassen Schreibweisen wie „80ger“ nicht viel gutes vermuten, aber das Weiterlesen könnte sich lohnen: Vieles davon ist nicht neu – aber Spließ hat viele wichtige Informationen zusammengefasst und zusammengetragen.

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Ende des Dudelfunks?

Samstag, 29. Oktober 2005 • Rubrik: Lalalalalaaaah., Mediengedöns

Eine seltsame Beobachtung macht Stefan Krulle bei Spiegel Online heute: Er beschäftigt sich mit der Frage, warum „seine“ Radiosender neuerdings fast so was wie innovativ werden. Natürlich nur dann, wenn keiner zuhört. Quintessenz des Ganzen: Nein, das „Ende des Dudelfunks“ ist noch nicht nahe. Interessant ist auf alle Fälle diese Behauptung:

„Wer noch Radio hörte, hatte die Antenne des Küchenradios längst auf den Deutschlandfunk oder andere Info-Programme geeicht. Den Dudelfunk hatte man satt.“

Natürlich sind die Ergebnisse der einschlägigen Media-, Funk- und Sonstwas-Analysen manchmal ein bisschen fragwürdig – aber dass sie so daneben liegen und in Wahrheit Deutschlandfunk und Co. die heimlichen Quotensieger sind, das erscheint doch eher unwahrscheinlich. Die Abkehr vom „Dudelfunk“ ist sicher keine Massenbewegung. Aber vielleicht kommt das auch noch irgendwann…

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Eine wahre Geschichte aus dem vereinigten Europa

Sonntag, 18. September 2005 • Rubrik: Italia, Kurios, Lalalalalaaaah., Netz

Ja, die gastauftritt-Sommerpause ist etwas lang geraten. Sollte sie eigentlich gar nicht, aber ich hatte ein paar wichtige Dinge an einem schönen Sandstrand etwas weiter südlich von hier zu erledigen… ;-) Und dabei ist mir auch etwas passiert, was vielen deutschen Urlaubern (nicht nur in Italien) passiert: Man hört einen Song im Radio, der einem wahnsinnig gut gefällt. Man beschließt: Haben will… Ach was, haben muss! Und dann marschiert man nach der Rückkehr als allererstes virtuell in den Downloadshop seines Vertrauens, um das Stück und vielleicht noch ein paar weitere auf legalem Wege käuflich zu erwerben, denn wofür sind wir denn in diesem vereinigten Europa? Eben. Da ist es ja wohl das Mindeste, dass ich mir irgendwo auf legalem Wege einen italienischen Song runterladen kann. Wir haben mittlerweile immer mehr ähnliche Gesetze, fast die gleichen Straßenschilder, die gleichen Probleme, das gleiche Geld (leider mittlerweile auch die gleichen Preise in den Restaurants), hören bis auf wenige nationale und regionale Künstler sowieso überall die gleiche Musik, also sollte die wenige nicht gleiche Musik ja auch in den (gleichen) legalen Downloadangeboten geben. Äh, jein, ruft da die Musikindustrie dazwischen. Oder, wie es der iTunes Music Store auf meine verzweifelte Anfrage hin formuliert: „In Übereinstimmung mit den Verträgen zwischen Apple, den Interpreten und den Plattenfirmen steht der iTunes Music Store Einwohnern der folgenden Länder zur Verfügung. Unterstützte Zahlungskarten müssen von Banken in dem Land ausgestellt worden, in dem Sie wohnhaft sind. (…) Kunden außerhalb dieser Länder können iTunes verwenden, um im iTunes Music Store zu stöbern, Hörproben anzuhören und Videos anzusehen.“ Im Klartext: Selbst mit meiner überall in Europa gültigen Kreditkarte kann ich meinen italienischen Song nicht kaufen. Ich würde sogar das doppelte dafür bezahlen, aber ich darf nicht. Denn das Ding ist bislang nur in Italien veröffentlicht, also nur in der italienischen Version des iTMS zu haben. Ich darf 30-Sekunden-Schnipsel vorhören, sogar von jedem einzelnen Song auf jedem Album, aber den einen Song, der mein Herz an kalten Wintertagen erwärmen soll, den wollen sie mir nicht geben, obwohl sie ihn haben und in Italien auch anbieten. Aber hier ist eben Deutschland. Irgendjemand will das so – und ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Musiker selbst sind oder dass der Betreiber des Shops sich diesen Blödsinn ausgedacht hat. O.k., denke ich mir, du bist ein mündiger Konsument, kaufste dieses blöde Lied halt woanders. Woanders? Woanders gibt’s entweder gar nicht, oder woanders ist mein Betriebssystem nicht erwünscht oder woanders habe ich auch den falschen Wohnsitz, das falsche Bankkonto usw. Da hör ich schon die ersten rufen: „Du blöder Internetsüchtiger, dann kauf halt eine richtige CD!“ Ja, mein verzagtes fernwehgeplagtes Herz schöpft wieder Mut: Eine richtige CD, mit Booklet und allem drum und dran, die fünf Euro mehr ist mir dieses Album wert. Denn vorhören durfte ich ja im Netz, und das Album gefiel mir richtig gut. Also schau ich voller Hoffnung, ob ein großer Versandhändler mein Kaufbedürfnis befriedigen kann. Er kann tatsächlich. Ich müssste eine Woche warten, aber auch das nähme ich in Kauf. „Meins, meins, meins, endlich meins!“, denke ich mir, klicke schon auf den Einkaufswagen, da sehe ich den Preis: 22,99. Nicht Mark. Sondern Euro. Wahrscheinlich, weil es eine besonders tolle „Importware“ ist oder so was. Fast 45 Mark für eine CD? Aus Italien? Nein, so viel ist mir mein Traum von Urlaubsstimmung an kalten Herbsttagen nicht wert. Etwas wie „freier Verkehr von Personen, Gütern und Kapital“ durchzuckt meine Gedanken. Ich muss hysterisch lachen. Ich darf im richtigen Leben ungestraft 30 Liter Wein und diverse Spirituosen einführen, werde an den Grenzen nicht kontrolliert, aber sobald ich im Internet etwas bestelle, sind die abgeschafften Grenzen wieder da… Ich muss heute wählen gehen. Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera. Freiheit ist nicht dabei. Und meine Musik schon gleich gar nicht. Armes Europa!
Ach ja: Auf mehr oder weniger illegalem Wege bekäme ich natürlich das ganze Album mit dem Song drauf. Einfach so.

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Zukunftsmusiker?

Mittwoch, 10. August 2005 • Rubrik: Lalalalalaaaah.

Computermusik ist nichts neues. Haben wir seit den 80ern. Dass mit dem richtigen Computer aber echte Musiker aus Fleisch und Blut einfach wegrationalisiert werden, das ist doch harter Tobak. Apple behauptet aber jetzt genau das (via macnews.de): Der britischen Band Keane soll der Gitarrist abhanden gekommen, als Ersatz werkeln da jetzt ein paar Notebooks, so Apple. Ist das gefährlich? Zumindest ist es eine zweischneidige Sache: Einerseits gibt es in den Charts jede Menge Musiker, die so virtuos und unverwechselbar sind, dass die auch ohne Computer jederzeit durch ein dickes großes Nichts ersetzt werden können. Andererseits möchte natürlich keiner (und schon gar kein Redakteur), dass ihm sein Notebook den Arbeitsplatz wegnimmt.

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