Moderne Geschichtenerzähler

Titus, Dienstag, 22. Mai 2007, 8:44 Uhr • Rubrik(en): Mediengedöns, Netz

Ein sehr anregendes Interview ist heute in der „Online Journalism Review“ zu lesen. Jay Allison (dort als Murrow-Preisträger und Web-Pionier vorgestellt) redet darüber, wie und warum er mit Nutzergenerierten Audioinhalten das öffentliche Radio in den USA reformieren will. Das ist ein ausgesprochen interessanter Ansatz; auf den ersten Blick war ich geneigt, so ein Konzept in Deutschland für utopisch zu halten – wegen der völlig anderen Tradition des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Aber warum eigentlich? Das einzige Problem ist, dass so eine Initiative eben aus den Sendern kommen müsste. Man könnte die Frage auch weiter drehen: Müssen es unbedingt öffentlich-rechtliche Sender sein?

Auch abseits von allem Radiogedöns ist das Interview lesenswert. Unter anderem sind dort weise Worte zu lesen, die Profi-Journalisten mit einem Schlag die Furcht vor den billigen „Bürgerjournalisten“ nehmen:

„I tend to be more involved with citizen storytellers rather than citizen journalists. Journalism is an actual profession and does have a sense of ethics and boundaries and rules, which are appropriate. On the other hand each of us has stories to tell which don’t require a particular training other than making it a good story.“

Geschichten erzählen – darum geht’s. Und um nichts anderes geht’s wahrscheinlich in den meisten Fällen, wenn vom Bürgerjournalismus die Rede ist. So einfach kann das sein.

Kommentar-Feed zu diesem EintragTrackback-URL

Ein Kommentar zu diesem Eintrag:

  1. PodGast » Moderne Geschichtenerzähler am 23. Mai 2007 um 8:39 Uhr.

    […] Beitrag erschien ursprünglich in meinem Blog gastauftritt.net, passt aber hier thematisch mindestens ebenso […]

Neuen Kommentar schreiben: