Kunst 1.0 und 2.0

Titus, Montag, 21. Mai 2007, 8:17 Uhr • Rubrik(en): IRL, Italia, Mediengedöns, Netz

In Zeiten, in denen sich alles mit allem online vernetzen lässt, mutet es bisweilen etwas anachronistisch an, was moderne Museen treiben – oder eben nicht. Ich meine: Da machen irgendwelche Kunstprojekte selbstverständlich auch Gebrauch von moderner Technik, und selbstverständlich geht das auch online. Dass so eine Ausstellung oder Installation aber auch mal zurückwandert ins Netz, das ist immer noch eher die Ausnahme. Wie die Sache selbst bei moderner Kunst (nicht) funktioniert, schildert zum Beispiel Claus Moser im Zusammenhang mit einem aktuellen Projekt in Siena.

Es geht auch anders. Sehr interessant ist beispielsweise das Projekt, was das MART (Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto) gerade gestartet hat: Beim Museum hat man einfach eine Flickr-Gruppe eingerichtet, in der Mitarbeiter und Besucher Fotos veröffentlichen sollen, die sie im Museum geschossen haben. Die wiederum stehen dann nicht nur Journalisten für die Berichterstattung zur Verfügung, sondern geben beispielsweise auch Menschen einen Einblick in ein Projekt, die’s eben nicht mehr rechtzeitig zu dieser oder jener Ausstellung geschafft haben. Mit allen Vernetzungs- und Kommentarmöglichkeiten. So haben alle was davon: Die Besucher, und seinen sie nur virtuell, und eben auch das Museum – denn irgendwie ist so was ja auch Werbung (die dazu noch fast nichts kostet außer Zeit). Beim nächsten Mal macht sich der virtuelle Besucher dann vielleicht doch mal auf den Weg und wird ein ganz realer.

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