Blogs vs. Journalismus, Variation 765

Titus, Dienstag, 15. Mai 2007, 21:32 Uhr • Rubrik(en): Mediengedöns, Netz

Kaum ist man mal ein paar Tage nicht da und liest auch keine Blogs, schon verpasst man einen handfesten Skandal: Bei „Welt Online“ gab’s offenbar – vorsichtig ausgedrückt – Probleme mit einem Blog-Posting eines Redakteurs, das dann nachträglich von der Chefredaktion entfernt wurde. Harter Tobak. Man kann nun zu so einem Vorgang stehen, wie man will, da gibt es gute Argumente für verschiedene Sichtweisen. Dass bei der „Welt“ eine bestimmte Linie vorgegeben wird und die Blogger sich daran zu halten haben, kann aber nicht wirklich eine Überraschung sein. Interessanter ist da schon das, was Chefredakteur Christoph Keese bei „suedeutsche.de“ vom Stapel lässt: Verwundert reibt man sich (zumindest als bloggender Journalist) da die Augen ob mancher Formulierungen und Sichtweisen, die ausgerechnet bei der angeblichen neuen Heimat des Online-First-Prinzips regieren. Zum Beispiel so was hier:

„Meine Meinung dazu ist jetzt klar: Keine der beiden Formen kann gewinnen, wenn man sie vermischt. Deshalb sollten professionelle Journalisten bei ihrer normalen Tätigkeit auf einer journalistisch professionell betriebenen Website keine subjektiven Blogs verfassen.“

Keeses Aussagen klingen eher, als gelte da neuerdings (?) die Parole „Online first, aber bitte nur, wenn es funktioniert wie offline und man die gleichen Fehler machen darf“. Oder so ähnlich. Ohne jetzt genau zu wissen, was wirklich vorgefallen ist, offenbart das Interview vor allem eines: Angst vor der eigenen Courage. (via Stefan Niggemeier)

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Ein Kommentar zu diesem Eintrag:

  1. gastauftritt.net » Die ganze Wahrheit über Springers Blog-Affäre… am 16. Mai 2007 um 6:50 Uhr.

    […] …hat „Clap“ nun auch verfilmt. Realsatire schreit nun mal nach einer satirischen Aufarbeitung. Mehr zu diesem Filmchen gibt’s bei“Indiskretion Ehrensache“ (und zu den Hintergründen natürlich in meinem vorherigen Beitrag). […]

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