Schwarzweißmalerei

Titus, Freitag, 06. April 2007, 13:22 Uhr • Rubrik(en): Kurios, Mediengedöns, Sage und schreibe

Gänswein in der deutschen Vanity Fair

Hochglanzmagazine wollen eine gewisse Qualität liefern. Wenn allerdings die Unzulänglichkeiten derart offen zutage treten wie in diesem österlichen Gruß der „Vanity Fair“, dann sollte man sich ernsthafte Gedanken machen. Das Bild links zeigt das Titelblatt des italienischen Klatschmagazins „Chi“, das ganz klar ein Georg Gänswein (Privatsekretär des Papstes) im schwarzen Tennisdress ziert. Im Artikel dazu, gleich rechts daneben, ist das Tennisdress plötzlich weiß. Nun kann es ja in großen Redaktionen vorkommen, dass die Rechte (Autor) mal nicht weiß, was die Linke (Bildredaktion) tut – und umgekehrt. Aber wenn es am Ende niemandem mehr auffällt, dann deutet das auf, nun ja, nennen wir es mal „strukturelle Probleme“ hin. Hochglanz ist anders. Es mag altmodisch klingen, aber: Journalismus hat auch mit einer gewissen Sorgfalt zu tun. Klar können Journalisten nicht alles wissen. Aber sie können die Augen aufmachen. Einfach so.

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