Monatsarchiv für Mai 2005
Viel Lärm um Wikipedia
Sonntag, 22. Mai 2005 • Rubrik: Mediengedöns, Netz, Stammtisch
Schon interessant, welche Wirkung ein paar Änderungen bei Wikipedia haben können. Torsten Kleinz rekapituliert in Telepolis die Aufregung der letzten Tage um die Rüttgers- und Steinbrück-Einträge in der deutschsprachigen Wikipedia – und stellt dabei fest, dass die mediale Aufmerksamkeit offenbar nicht von besonderem Sachverstand geprägt war. Aber die Geschichte ist natürlich auch ein allzu gefundenes Fressen für diejenigen, denen die Arbeitsweise der offenen Internet-Enzyklopädie suspekt ist. Nachdem heute gewählt wird, darf man davon ausgehen, dass bald kein Hahn mehr nach dieser Episode kräht. Auch nicht nach der „Moral von der Geschicht“, wie sie Kleinz‘ Artikel deutlich zeigt: Man tappt auch als gestandener Journalist sehr schnell in die Falle, wenn man auf der Suche nach Skandalen ist und dabei zu aufgeregt ans Werk geht. Etwas mehr professionelle Gelassenheit würde uns allen – neben guter Recherche und einem gesunden, aber nicht einseitigen Misstrauen – ganz gut anstehen.
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Ein bisschen Lärm um Podcasting
Samstag, 21. Mai 2005 • Rubrik: Mediengedöns, Netz
Auch eines der bekanntesten Foren rund ums Thema Radio hat jetzt Podcasting entdeckt. Gerade läuft ein Thread, in dem es – stark vereinfacht – um Chancen und Gefahren des Podcastings für den herkömmlichen Hörfunk geht. Es sieht – vorsichtig formuliert – danach aus, als wäre da unter Deutschlands Hörfunkern noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Auch scheint nicht jedem klar zu sein, worum es genau geht. Immerhin beweist das: Das Thema Podcasting macht sich offensichtlich gerade auf den Weg heraus aus der Technikfreak-Ecke.
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„Podfather“ im Interview
Donnerstag, 19. Mai 2005 • Rubrik: Mediengedöns, Netz
Kaum ein Tag vergeht, an dem man nichts angeblich neues über Podcasting lesen würde. Heute gibt’s aber ein ganz besonderes Highlight: CNet hat da ein ausführliches Interview mit Adam Curry im Angebot, dem „Erfinder“ des Podcasting(s) (via iPod-fun.de). Sehr lesenswert. Und sei es nur, um sich an der Wortschöpfung „Podfather“ zu laben…
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Rot siegt
Donnerstag, 19. Mai 2005 • Rubrik: Kurios, Mediengedöns
Wenn das nicht das Zeug zu einem neuen Sportskandal hat! Rote Sportler gewinnen öfter, behauptet der Tages-Anzeiger unter Berufung auf eine britische Studie. Also: Rote Trikots und sonstwie rotes Equipment machen zumindest einen Sieg wahrscheinlicher. Das wirft ein interessantes Licht auf die aktuellen Ergbnisse von Ferrari in der Formel 1 (M. Schumacher 7., Barrichello 11.): Vielleicht sollten die’s einfach mal mit roten Autos probieren?!
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Fernstreicheln
Donnerstag, 19. Mai 2005 • Rubrik: Kurios, Netz
Davon träumen (oder alpträumen) wir ja schon lange: Berührungen per Internet von A nach B übertragen. Wer da allerdings gleich an schmutzigen Cybersex denkt, den belehrt der Corriere heute eines besseren. Es geht bei der gerade in Singapur entwickelten Art der virtuellen Fernbeziehung mehr um die zwischen Mensch und Tier. Wired spricht von „Tele-Petting“, was leider wieder eindeutig zweideutige Assoziationen zulässt. Tatsache ist: Das, was die Forscher in Fernost da entwickelt haben, nennt sich „Touchy Internet“ und funktioniert mit einem Hühner-Modell, das mit Sensoren ausgestattet ist und die Berührungen an ein echtes Huhn überträgt. Der Corriere mutmaßt, bald könnte es das System uns auch erlauben, „von Ferne jedes beliebige Haustier zu streicheln, oder gar einen Freund am anderen Ende der Welt zu umarmen“. Und da kommen wir der Sache schon näher: Natürlich geht es nicht um Sex, sondern nur um Hilfe für Allergiker. Angeblich. Denn:
Das System könnte sich als interessant erweisen für Menschen mit Tierhaarallergien, da es ihnen erlauben würde, die Tiere aus der Ferne zu liebkosen und sogar ein Feedback zu bekommen – das alles, ohne die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
Und bei Wired geht man noch ein Stückchen weiter:
Used in zoos, it may allow visitors to pat a lion or scratch a bear.
Aha. Das aber dann bitte ohne Feedbackfunktion! Oder legt irgendjemand wert darauf, von einer mit Elektronik vollgestopften Löwenattrappe verspeist zu werden?!
