Hilfe, das Unterschichtenfernsehen kommt!
Titus, Mittwoch, 25. Mai 2005, 10:53 Uhr • Rubrik(en): Kurios, Mediengedöns
Keine Frage, der Begriff „Unterschichtenfernsehen“ ist so was wie der aktuelle Chartbreaker bei den Gemeinplätzen des gepflegten Kulturpessimismus geworden. Deshalb widmet Spiegel Online dem „Unterschichtenfernsehen“ auch einen sehr aufschlussreichen Artikel über die Auswirklungen des Begriffs auf die Werbe- und die Marktforschungsabteilungen der Sender. Demnach herrscht in Deutschlands Fernsehlandschaft Nervosität – denn es könnten ja Werbetreibende auf die Idee kommen, dass „Unterschichtenfernsehnutzer“ kein Geld haben, das sie ausgeben können, und ihre Werbemillionen lieber beim „Oberschichtenfernsehen“ (seltsamerweise scheint es dieses Wort nicht zu geben) raushauen. Also versucht gerade jeder, sein Programm möglichst „unterschichtenfrei“ zu halten. In dieser Debatte ist also noch jede Menge Zündstoff – und sie wird uns noch eine ganze Zeit lang begleiten. Immerhin: Wenn man optimistisch ist, kann man darin Ansätze für ein Comeback der Qualität sehen; vielleicht zählt zukünftig nur noch Klasse statt Masse? Nur noch Qualität statt Quote? Oder wäre das schon wieder viel zu oberschichtenmäßig gedacht?
